Was ist eigentlich Ju-Jutsu ?


Entstehung

1967 wurden Franz-Josef Gresch, Werner Heim, Otto Brief, Richard Unterberger, Klaus Münstermann und weitere Dan-Träger vom Deutschen Dan-Kollegium damit beauftragt, Techniken aus Jiu Jitsu, Judo, Karate, Aikidō und anderen Kampfsportarten zu einem neuen Selbstverteidigungssystem zusammenzustellen.

Auftraggeber war das Bundesinnenministerium, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und stilübergreifendes System der waffenlosen Selbstverteidigung suchte.

So fasste man aus den erwähnten Kampfkunststilen diejenigen Techniken zusammen, die für die tägliche Praxis dieser Berufsgruppen am besten erschienen. Da die „sanften“ Techniken gegenüber Tritten und Schlägen überwogen, nannte man das Ganze „Sanfte Kunst“, Ju-Jutsu. Die erste vollständige Fassung des neuen Regelsystems wurde am 22. April 1969 veröffentlicht.

"Ju" bedeutet nachgeben, ausweichen, anpassen oder sanft.

"Jutsu" bedeutet Kunst oder Kunstgriff.

"Ju-Jutsu" ist also die Kunst, durch Nachgeben bzw. Ausweichen, mit der Kraft des Angreifers zu siegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff jedoch auch in Form sogenannter Atemi-Techniken abgewehrt werden. (Schläge & Tritte).



VIELSEITIGKEIT:

Aus dem Aikido werden sanfte, schwungvolle Ausweich-, Fall-, Gleichgewichtsbruch- und Umleitetechniken, sowie Hebel-, Nervendruck-, Schlüssel- und Entwaffnungstechniken übernommen.

Aus dem Judo werden Fall-, Gleichgewichtsbruch, Wurf-, Hebel-, Festhalte-, Würge- und Bodentechniken übernommen.

Aus dem Karate werden (Atemi) Schlag- und Stoß-Techniken mit der Hand, Faust, Ellenboden, Schulter, Fuß, Schienbein, Knie usw. übernommen.

Darüber hinaus Kopfstoß oder -Schlag, Hand-, Fuß-, Fingerhebel oder -Stiche, Nervendruck- und andere Selbsverteidigungstechniken trainiert.

Der Kampf wird sowohl im Stand als auch in Bodenlage geführt, gegen einen oder mehrere Gegner, bis zur Eigensicherung (auch durch Weglaufen) oder bis zur Aufgabe des Gegeners (durch Kampfunfähigkeit oder Sicherung).

Im Ju-Jutsu werden Techniken der Selbstverteidigung gegen leichte Waffen wie Schlagstöcke, Ketten, Messer usw. geübt. Diese Techniken gehören auch zum Prüfungsprogramm.

Das Prüfungsprogramm wird durch den Deutschen Ju-Jutsu Verband e.V. ausgearbeitet und weiter entwickelt. Wir richten uns nach seiner Buch-Ausgabe (Ju-Jutsu 1x1).

Unser Verein ist Mitglied des Ju-Jutsu Verbands Württemberg e.V.

 

Ju-Jutsu ist sowohl eine vielseitige, dynamische Kampfsportart, als auch eine effektive, sich ständig weiter entwickelnde Selbsverteidigungsform, geeignet für alle Altersgruppen, für groß und klein, gleichwohl für Mann und Frau.


SCHÜLERGRADE (KYU):

Jeder Neuling fängt mit einem weissen Gürtel an - 6. Kyu. Etwa jährlich werden Gürtelprüfungen vor einer Prüfungskomission durchgeführt. So können die Schülergrade in folgender Reihenfolge durchlaufen werden:

6.

Kyu

weiß

5.

Kyu

gelb

4.

Kyu

orange

3.

Kyu

grün

2.

Kyu

blau

1.

Kyu

braun

 

Der Inhalt der Prüfung ist festgelegt, und regelt sich nach den Vorgaben des DJJV.

Bei der Prüfung zeigt der Ju-Jutsuka an einem Partner die erlernten Techniken.

Jede Prüfung beinhaltet andere Techniken.

Je nach Gürtelgrad müssen diese in einer gewissen, von Gürtel zu Gürtel steigender, Präzision durchgeführt werden.

 

MEISTERGRADE (DAN):

Die Meistergrade fangen mit dem 1. Dan an. Vom 1. bis zum 5. Dan wird der schwarze Gürtel getragen. Die Schwarzgürtel-Meistergrade können durch eine Prüfung erlangt werden. Die Prüfungsvorbereitung kann mehrere Jahre dauern.

1.-5.

Dan

schwarz

Die Meistergrade ab dem 6. Dan werden für besondere Verdienste verliehen.
Die Gürtel für 6. bis 8 Dan sind rot-weiß (wahlweise schwarz oder rot-schwarz).

6.-8.

Dan

rot-weiß

   

schwarz

   

rot-schwarz

Der 9. und der 10. Dan tragen den roten Gürtel.
Der 10. Dan ist der höchste Meistergrad im Ju-Jutsu


Sei fleissig, höflich, pünktlich.

Bist du zu spät, grüße deinen Trainer respektvoll zum verspäteten Trainingsbeginn - außer es wird gerade angegrüßt - so warte einen Moment.